Meinung

Streiks an mehreren Krankenhäusern für mehr Personal und Entlastung


 

Zu den Streiks an mehreren Krankenhäusern für mehr Personal und Entlastung erklären die Gesundheitsexpertinnen der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen Maria Klein-Schmeink und Kordula Schulz-Asche:

 

Die Streiks verdeutlichen: Es fehlt an qualifiziertem Pflegepersonal und die Arbeitsbelastung für die Beschäftigten steigt immer weiter. Sie brauchen zeitnah spürbare Entlastungen.

 

Internationale Vergleichsstudien belegen die hohe Belastung des deutschen Klinikpersonals. Während sich in Deutschland eine Krankenpflegerin im Schnitt um 13 Patientinnen und Patienten kümmern muss, sind es in den USA durchschnittlich nur 5,3. Das ist ein Ergebnis davon, dass jahrelang Stellen im Pflegedienst an deutschen Kliniken abgebaut wurden. Bis heute steigt die Zahl der Ärzte und der PatientInnen in den Krankenhäusern stärker als die der Pflegekräfte.

 

Als Folge davon sind viele Pflegekräfte chronisch überlastet. Sie kämpfen jeden Tag gegen Zeitdruck und schwierige Arbeitsbedingungen, um die Patientinnen und Patienten trotzdem so gut es geht zu versorgen. Überstunden und kurzfristige Arbeitseinsätze an eigentlich dienstfreien Tagen häufen sich. Der Zeitdruck und die hohe Belastung drohen auch die Qualität der Versorgung von Patientinnen und Patienten zu beeinträchtigen.

 

Wir setzen uns dafür ein, dass dieser Trend gestoppt und die Rahmenbedingungen in der Pflege zeitnah und spürbar verbessert werden. Die Pflegeberufe tragen wie andere Berufe im sozialen Bereich, etwa ErzieherInnen oder Hebammen, eine große Verantwortung und sind von hoher gesellschaftlicher Bedeutung. Sie verdienen mehr Anerkennung, eine höhere Wertschätzung und vor allem bessere Rahmenbedingungen. Das kommt auch der Versorgung der Menschen zu Gute. Erforderlich sind deswegen vor allem Maßnahmen für eine bessere Personalausstattung. Außerdem sind bessere Arbeitsbedingungen wie verlässliche Arbeitszeiten und eine angemessene Bezahlung wichtig.