Interview

Interview: Hallo Kordula, erzähl mal…

Mein Name ist Iman Mohamed, ich bin 18 Jahre alt, komme aus Kelkheim und habe am 15. Au­gust 2017 mein einjähriges Praktikum im Bereich „Wirtschaft und Verwaltung“ in der Kreisgeschäftsstelle von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Main-Taunus in Hofheim angefangen.
Auf dem GRÜNEN Sommerfest am 3. September 2017 in Eschborn habe ich nachfolgendes Interview mit der Bundestagsabgeordneten und Direktkandidatin Kordula Schulz-Asche geführt:
Iman Mohamed: Was glauben Sie, wie die Bundestagswahl ausgeht?
Kordula Schulz-Asche: „Ich glaube, dass diese Wahl in den letzten Tagen und Stunden entschieden wird. Ich hoffe aber, dass die GRÜNEN die drittstärkste Partei werden.“
IM: Mit wem können Sie sich eine Koalition vorstellen?
KSA: „Je nachdem, wie die Wahl ausgeht, werden wir mit allen Demokratinnen und Demokraten reden und schauen, wie wir unsere eigenen Ziele am besten durchsetzen können. In Koalitionsverhandlungen versucht man ja möglichst viele Sachen durchzubringen; da werden wir schauen, mit wem wir am meisten erreichen können.“
IM: Wie soll es Ihrer Meinung nach mit den Dieselfahrzeugen in Zukunft weitergehen?
KSA: „Ich denke, dass es zunächst einmal wichtig ist, dass ab 2030 keine neuen Dieselfahrzeuge bzw. Verbrennungsmotoren mehr zugelassen werden, um so auch einen Anreiz zu schaffen, in innovative Techniken zu investieren.
Auf der anderen Seite muss man auch sehen, dass die Autokonzerne die Verbraucher getäuscht und betrogen haben. Aus diesem Grund finde ich, dass die Automobilindustrie dafür verantwortlich ist und deshalb die Autofahrer entschädigt und die Autos nachrüstet. Die Kosten dafür dürfen nicht die Verbraucher, sondern müssen selbstverständlich die Autokonzerne tragen.
Darüber hinaus haben wir noch die Luftverschmutzung: Viele Städte, einige auch hier in Hessen, sind davon sehr stark betroffen. Ich bin davon überzeugt, dass es notwendig ist, endlich größere Anstrengungen zu unternehmen, Nahverkehrsmittel auf Elektroantrieb umzurüsten und dafür zu sorgen, dass endlich die Mobilität im Rhein-Main-Gebiet sehr viel schlauer gestaltet wird, als dies bisher der Fall ist.“
IM: Was ist Ihre Meinung zu den Flüchtlingslagern in Libyen?
KSA: „Ich finde, dass in den libyschen Lagern durch verschiedene Akteure schwere Menschenrechtsverletzungen begangen werden, und ich halte es für ein Unding, dass wir Europäer mit wirklich kriminellen Machenschaften kollaborieren. Viele Menschen versuchen aus verschiedensten Gründen hierher zu kommen, und ich bin der Meinung, dass man mit diesen Gründen vernünftig umgehen und entsprechend reagieren muss.
Wir haben zwei Gründe, Kriegsflüchtlinge aufzunehmen. Das ist zum einen, weil die Flüchtlinge selbst unseren Schutz verdienen, und zum anderen, weil wir auch mit den Nachbarländern Syriens, die mit Abstand die meisten Flüchtlinge aufnehmen, solidarisch sein müssen.“
IM: Gibt es für Sie eine Obergrenze für Flüchtlinge in Deutschland?
KSA: „Meiner Meinung nach kann es keine Obergrenze geben, weil die Menschen vor Krieg flüchten – was sollen die denn auch tun? Ich glaube, dass es richtig ist, gerade in der Flüchtlingspolitik, bei den Kriegsflüchtlingen für eine gerechte Verteilung auf alle europäischen Länder zu sorgen.“
IM: Soll sich Deutschland an Kampfeinsätzen mit der Bundeswehr beteiligen?
KSA: „Ja, denn ich finde, dass wir so viel Unrecht auf der Welt haben und es so viele Kriegssituationen gibt, durch die auch die Zivilbevölkerung bedroht wird, allerdings nur im Rahmen von UN-Einsätzen und mit Zustimmung des Bundestags.“
IM: Was ist für Sie in der Politik besonders wichtig?
KSA:,, Ehrlichkeit’’
IM: Herzlichen Dank für das Gespräch!