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Politisches Engagement begründet sich bei den meisten Menschen auf eigene persönliche Erfahrungen und Erlebnisse. Mein politisches Engagement hat sich in unterschiedlichen Gesellschaften und Ländern ausgeprägt, von Berlin über Afrika bis zum Main-Taunus-Kreis. In jeder Station habe ich wichtige Überzeugungen und Erfahrungen gesammelt.
Geboren wurde ich 1956 in Berlin, habe in Spandau die Grundschule besucht und an der Lily-Braun-Oberschule mein Abitur gemacht. Nach meiner Ausbildung als Krankenschwester beim Roten Kreuz habe ich an der FU Berlin Kommunikationswissenschaften, Geschichte und Politologie studiert und 1989 mit meiner Magisterarbeit "Medieneinsatz zur Gesundheitsaufklärung in der Dritten Welt am Beispiel einer Radiokampagne in Burkina Faso" abgeschlossen.
Meine Kindheit war geprägt von den offenen Fragen über die Verantwortung in der Nazi-Zeit (Fritz-Bauer-Institut) und durch das Leben im geteilten Berlin. Für mich war dies ein erster Ansporn, mich politisch zu engagieren. Als Schulsprecherin begann meine Suche nach einer politischen Alternative zu der von Skandalen erschütterten Berliner SPD.
Als sich 1978 die Gründung der Alternativen Liste (heute: Landesverband Bündnis 90/Die Grünen Berlin) abzeichnete, hatte ich auch für mich die politische Antwort gefunden. Als Nachrückerin der ersten Fraktion (wir "rotierten" damals noch alle zwei Jahre) zog ich 1983 ins Berliner Abgeordnetenhaus ein und wurde damals die jüngste Fraktionsvorsitzende in der deutschen Parteiengeschichte. "Meine" Ausschüsse waren Gesundheit, Soziales, Familie sowie Petitionen. 1985 konnte ich wegen des Rotationsprinzips nicht noch einmal kandidieren.
![]() | "Die AL-Vorsitzende hat immer noch keinen Dienstwagen." (AUS: Rechenschaftsbericht der AL-Fraktion, 1984) |
Von 1986 bis 1998 habe ich mit meinem Mann und meiner Tochter Antonia in verschiedenen Ländern Afrikas gelebt und zwar 5 Jahre in Burkina Faso, in Ruanda bis zum Völkermord 1994 und in Nairobi, Kenia.
![]() | Auch in den Boulevardmedien interessiert der Genozid in Ruanda, allerdings nicht in dem Maße, in dem das aus menschenrechts- und entwicklungspolitischen Gründen erfreulich wäre. Trotzdem gut, der gnadenlosen "Hölle in Ruanda" entkommen zu sein. |
In dieser Zeit arbeitete ich für verschiedene Entwicklungsorganisationen, unter anderem für die GTZ und den DED im Bereich Gesundheitsaufklärung. Von 2000 bis 2003 arbeitete ich bei der GTZ, Eschborn im Projekt "HIV/AIDS-Bekämpfung in Entwicklungsländern". Dieses Projektes erarbeitet - zusammen mit Programmen weltweit - entwicklungspolitische Ansätze zur Eindämmung der Pandemie sowie ihrer sozioökonomischen Folgen und berät das Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).
Aufgrund der ausländerfeindlichen Kampagne von Roland Koch und der hessischen CDU gegen das Zuwanderungsgesetz im Wahlkampf 1999 bin ich wieder in die grüne Politik eingestiegen.
Seit 1999 bin ich im Vorstand der Grünen im Main-Taunus-Kreis, meinem Wahlkreis. In der Landtagsfraktion bin ich außerdem Ansprechpartnerin für den Kreisverband Darmstadt-Dieburg. Darüber hinaus war und bin ich in der GRÜNEN Partei auf folgenden Positionen engagiert:
Seit dem 2. Juli 2005 bin ich Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Hessen. Das Amt habe ich bis zur Neuwahl des Landesvorstands am 22. September 2007 in Darmstadt alleine ausgeführt. Seit der Neuwahl übe ich dieses Amt zusammen mit Tarek Al-Wazir in der Doppelspitze aus.
Im Dezember 2008 wurde ich zur Vorsitzenden des Vereins BASIS e.V. gewählt. Die Arbeit des Vereins besteht zum einen als Drogennotruf e. V. in Frankfurt aus dem ideellen Bereich mit telefonischen und persönlichen Beratungen, die in der Angehörigensprechzeit angeboten werden. Aus der persönlichen Beratung entstand nachfrageinitiiert ein Mütterkreis. Zudem gibt es das Projekt ALICE als Beratung vor und in den Diskotheken. Zum anderen umfasst Basis e.V. die Arbeit im allmählich entstandenen Bereich eines gemeinnützigen Zweckbetriebes. Dieser Bereich erwirtschaftet inzwischen die notwendigen Gelder für beide Bereiche.
Wir sind dem Wunsch der Hessinnen und Hessen nach einer wirksamen Umwelt- und Klimaschutzpolitik, sozialer Gerechtigkeit, einer anderen Bildungspolitik, der Lösung der strukturellen Probleme des Landes und einer Kultur des Miteinanders verpflichtet. Das hat sich auch in dem von uns verhandelten Koalitionsvertrag zur angestrebten rot-GRÜNEN Minderheitsregierung der 17. Wahlperiode deutlich niedergeschlagen. Leider ist es nicht zu dem dort manifestierten Politikwechsel gekommen.Der Koalitionsvertrag von Schwarz-Gelb zeigt eindeutig: Die neue Regierung ist ausgebrannt, bevor sie überhaupt ins Amt gekommen ist; statt des Aufbruchs gibt es nur ein ungenügendes "Weiter so". Vor diesem Hintergrund stehen die GRÜNEN nach wie vor für eine zukunftsfähige Wirtschafts-, Bildungs-, Energie- und Sozialpolitik: Es gibt viel zu tun. Wir haben die Aufgabe, auch in Zukunft für unsere Inhalte zu streiten.