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29. Januar 2010

Koch-CDU lehnt Gesundheitsstudie für das Rhein-Main-Gebiet ab

Ob es bei Fluglärm nur um Einbuße der Lebensqualität geht, ist seit einer Lärmstudie rings um den Flughafen Köln-Bonn mehr als fraglich. In der wissenschaftlichen Studie des Bremer Epidemiologe Professor Eberhard Greiser ist ein Zusammenhang zwischen Fluglärm und erhöhtem Schlaganfallrisiko, sowie Herzerkrankungen nachgewiesen worden. In Hessen sind laut einem Gutachten des Regionalen Dialogforums (RDF) rund 1,4 Millionen Hessinnen und Hessen vom Fluglärm betroffen.

Die SPD und DIE GRÜNEN im Main-Taunus-Kreis sowie deren Fraktionen im Hessischen Landtag forderten eine eigene Studie zur Einschätzung der gesundheitlichen Belastungen der Bürgerinnen und Bürger durch Fluglärm im Rhein-Main-Gebiet. 500.000 bis 1 Millionen Euro würde die wissenschaftliche Studie nach ersten Schätzungen kosten. Die betroffenen Landkreise könnten sich zusätzlich zum Land finanziell an der Studie beteiligen. Dagegen ist die Hessische Landesregierung. Mit der CDU-FDP-Mehrheit im Landtag wurden entsprechende Anträge der SPD und von DEN GRÜNEN abgelehnt.

"Der Landesregierung ist es nicht mal wert, circa 35 Cent pro Fluglärm geplagtem Hessen zu investieren, um herauszufinden, wo gesundheitliche Gefahren für die Menschen lauern. Die Landesregierung versäumt es mutwillig, gesundheitlichen Risiken frühzeitig entgegenzutreten. Das ist unverantwortlich!", so die beiden Landtagsabgeordneten Nancy Faeser (SPD) und Kordula Schulz-Asche (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN).

"Jetzt sind die Städte und Landkreise im Rhein-Main-Gebiet gefordert. Wenn das Land seiner Pflicht aus wirtschaftlichem Interesse nicht nachkommen möchte, müssen parteipolitische Scheuklappen abgenommen werden und die Studie finanziert werden. Es geht hierbei nicht um machtloses Zusehen, sondern um zügiges Handeln zum Wohle der Menschen im Rhein-Main-Gebiet", so Faeser und Schulz-Asche abschließend.

Vorsichtig schätzt das Kassler Verwaltungsgericht in seinem Flughafenurteil die Zahl der durch Nachtflüge Betroffenen: Rund 80.000 Menschen in der Region werden es wohl sein, die alleine durch die Nachtflüge zumindest an Lebensqualität einbüßen werden. Jeder vierte Hesse, also rund 1,4 Millionen Hessinnen und Hessen sind jetzt schon vom Fluglärm betroffen.

 

 

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